Die Wissensstiftung engagiert sich für nachhaltige Lösungen und anwendbares Wissen. Deshalb unterstützen wir mit Freude das Messvorhaben der Berliner Schüleraktiengesellschaft energyECO, die systematisch die Raumlufttemperaturen in Berliner Schulen während der Heizperiode erfasst – mit dem Ziel, den Gebäudebetrieb energieeffizienter zu gestalten.
Wer ist energyECO?
energyECO ist eine Schülerfirma am Robert-Havemann-Gymnasium in Berlin-Karow, die aus sieben engagierten Schülerinnen und Schülern besteht und von mehreren ehemaligen Schülern, die inzwischen studieren, geleitet wird. Ohne betreuende Lehrkraft organisieren sich die „jüngsten Energieberater Deutschlands“ eigenständig und entwickeln innovative Konzepte zur Energieeinsparung. Sie bieten mittlerweile ihre Beratungsdienste auch anderen Schulen an, führen Feinstaubmessungen und Energieanalysen an Schulen durch, veranstalten Lüftungswettbewerbe und haben ein eigenes Handbuch zur Energieberatung veröffentlicht. Ihre Arbeit wurde bereits auf der IdeenEXPO 2024 in Hannover präsentiert und 2025 mit dem Publikumspreis des Netzwerks KlimaSchutzPartner Berlin ausgezeichnet.
Die Projektidee
Im Frühjahr 2024 zeigte eine von energyECO durchgeführte Kurzstudie: In mehreren Berliner Schulen wurde die Raumtemperatur während der Heizperiode konstant auf 20 Grad oder höher gehalten – auch an Wochenenden und während der Ferien. Dies lässt eine unnötige Energieverschwendung in hohem Maße erkennen. Die Ursachen liegen laut dem zuständigen Bezirksstadtrat u.a. in veralteten und verschlissenen Heizungsanlagen. Um repräsentative Messdaten zu generieren und aufgrund dessen effektive Maßnahmen zur Energieeinsparung ableiten zu können, fordert energyECO eine umfassende Messkampagne in zahlreichen Schulgebäuden unterschiedlicher Baujahre und Typologien. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu optimieren, ein nachhaltiges Energiemanagement praxisnah anzuwenden und das Bewusstsein für den Energieverbrauch zu erhöhen.
Umsetzung und Zusammenarbeit
Dank der Kooperation mit der DGNB und der Vorfinanzierung durch die Wissensstiftung konnten 50 hochwertige Temperatur-Messsensoren angeschafft werden. Die Messungen starten im Winterhalbjahr 2025/2026. Die Daten werden sowohl während der Unterrichtszeiten als auch während der der Ferien erfasst, um den Gebäudebetrieb umfassend zu analysieren.
Bei einem Besuch im Juli 2025 konnten wir uns vor Ort ein Bild von der technischen Ausstattung und der ersten Testmessung machen, die bereits wertvolle Erkenntnisse lieferte. Das Bezirksamt Pankow hat die Durchführung der Messungen in elf ausgewählten Schulen genehmigt.
Nächste Schritte:
• Auswertung der Testergebnisse bis Ende November 2025
• Detailplanung der Messungen bis Ende Dezember 2025
• Information der Schulleitungen über Ablauf und Umfang der Messungen
• Durchführung der Messungen im Winterhalbjahr 2025/2026
• Fortlaufende Kommunikation und Begleitung durch die Wissensstiftung
Warum wir dieses Projekt unterstützen:
• Das Vorhaben ist ein wichtiger Schritt zu mehr Energieeffizienz in Berliner Bildungsbauten.
• Es liefert valide Daten und belastbare Erkenntnisse als Grundlage für sinnvolle Verbesserungen.
• Das Projekt wird eigenverantwortlich von engagierten Schülerinnen und Schülern umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.
• Es sensibilisiert für den großen Nachholbedarf bei der energetischen Modernisierung von Schulen.
• Es zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen aktiv zum Klimaschutz beitragen.
• energyECO vermittelt praxisnahes, nachhaltiges Wissen und erhöht das Bewusstsein für Energieverbrauch.
• Die Wissensstiftung sieht sich als Multiplikator und Förderer praktischer, nachhaltiger Lösungen – gerade aus der Mitte der jungen Generation.
Im Dezember 2025 wurden 50 Temperatursensoren für den Einsatz vorbereitet. Drei defekte Geräte wurden ersetzt. Anschließend erfolgte eine einheitliche Konfiguration aller Sensoren. Die Geräte wurden vollständig mit Halterungen sowie kurzen Informationszetteln für die Lehrkräfte ausgestattet und in zwei Koffern zusammengestellt, um eine reibungslose Installation vor Ort zu gewährleisten.
Mitte Dezember wurden die Sensoren in zwei Teams an zehn Schulen im Bezirk Pankow installiert. Ein Schwerpunkt lag dabei in den Ortsteilen Buch und Karow; weitere Standorte befanden sich im mittleren und südlichen Teil des Bezirks. Entgegen der ursprünglichen Planung, die eine Verteilung der Sensoren pro Schule vorsah, wurden etwa drei Sensoren pro Schulgebäude installiert.
Über die Ferien hinweg zeichneten rund 45 Sensoren zuverlässig Daten auf. Zusätzlich wurden vier Sensoren am selben Ort angebracht, um die typische Abweichung der Messungen unter identischen Bedingungen zu bestimmen und die Messunsicherheit besser einordnen zu können.
In der zweiten Schulwoche im Januar wurden die Sensoren wieder eingesammelt. Sämtliche Daten konnten erfolgreich ausgelesen und strukturiert aufbereitet werden. Erste qualitative Sichtungen deuten darauf hin, dass bei etwa der Hälfte der Schulen keine ausreichende Heizungsabsenkung stattgefunden hat, darunter auch in einem der neuesten Schulgebäude Pankows.
In den kommenden Wochen erfolgt eine systematische Auswertung der Daten. Parallel dazu werden ergänzende Informationen zu den Gebäuden, den Heizungsanlagen sowie zu einer möglichen Nutzung während der Ferien erhoben. Auf dieser Grundlage wird ein Bericht erstellt, der voraussichtlich Ende Februar/Anfang März politischen Entscheidungsträgern übergeben und durch eine Pressemitteilung öffentlich gemacht wird.