Die Digitalisierung und die Kreislaufwirtschaft gehören zu den zentralen Themen des nachhaltigen Bauens. Benedikt Lösch, Head of Digital & Sustainable Construction bei Saint-Gobain, erläutert welche Rolle digitale Produktdaten, CO₂-Bilanzen und die Wiederverwendung von Baumaterialien dabei spielen.
Eine wichtige Grundlage sind digitale Produktpässe und Umweltproduktdeklarationen (EPDs). Sie stellen Informationen über Bauprodukte und deren Umweltauswirkungen bereit. Digitale Werkzeuge und CO₂-Rechner helfen dabei, diese Daten in die Planung einzubeziehen und die Umweltwirkungen verschiedener Lösungen zu vergleichen. Damit können Nachhaltigkeitsaspekte bereits früh im Bauprozess berücksichtigt werden.
Neben der Digitalisierung steht die Kreislaufwirtschaft im Fokus. Baumaterialien sollen möglichst lange genutzt und nach dem Rückbau wiederverwendet oder recycelt werden. Dafür ist es wichtig, Gebäude vor dem Abriss zu untersuchen und geeignete Bauteile zu identifizieren.
In der Praxis bestehen jedoch weiterhin Herausforderungen. Dazu gehören die Verfügbarkeit geeigneter Materialien, Anforderungen bei Ausschreibungen und die Integration gebrauchter Bauteile in neue Bauprojekte. Auch Sammelstellen und funktionierende Strukturen für die Weitergabe von Materialien sind notwendig. Um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen voranzubringen, braucht es daher neben verlässlichen Daten auch geeignete Prozesse und Rahmenbedingungen.
Die Digitalisierung und die Kreislaufwirtschaft bieten wichtige Ansätze, um das Bauen nachhaltiger zu gestalten. Damit Materialien künftig häufiger wiederverwendet und Ressourcen effizienter eingesetzt werden können, braucht es transparente Produktdaten, geeignete digitale Werkzeuge und verlässliche Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, diese Voraussetzungen in der Baupraxis zusammenzuführen.
Dieser Wissensbaustein wurde am 21. Juli 2026 im Circle Cube in Offenbach aufgezeichnet.
Unsere Gäste an diesem Tag waren:
Aufnahme und Schnitt: Lucas Kühn