Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft

Veröffentlicht am 27.08.2026
Dieses Wissen wurde gestiftet von:
Saint-Gobain
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.
Stadtwerke Offenbach

Die Digitalisierung und die Kreislaufwirtschaft gehören zu den zentralen Themen des nachhaltigen Bauens. Benedikt Lösch, Head of Digital & Sustainable Construction bei Saint-Gobain, erläutert welche Rolle digitale Produktdaten, CO₂-Bilanzen und die Wiederverwendung von Baumaterialien dabei spielen.

Digitale Daten schaffen Transparenz

Eine wichtige Grundlage sind digitale Produktpässe und Umweltproduktdeklarationen (EPDs). Sie stellen Informationen über Bauprodukte und deren Umweltauswirkungen bereit. Digitale Werkzeuge und CO₂-Rechner helfen dabei, diese Daten in die Planung einzubeziehen und die Umweltwirkungen verschiedener Lösungen zu vergleichen. Damit können Nachhaltigkeitsaspekte bereits früh im Bauprozess berücksichtigt werden.

Wiederverwendung von Materialien stärken

Neben der Digitalisierung steht die Kreislaufwirtschaft im Fokus. Baumaterialien sollen möglichst lange genutzt und nach dem Rückbau wiederverwendet oder recycelt werden. Dafür ist es wichtig, Gebäude vor dem Abriss zu untersuchen und geeignete Bauteile zu identifizieren.

In der Praxis bestehen jedoch weiterhin Herausforderungen. Dazu gehören die Verfügbarkeit geeigneter Materialien, Anforderungen bei Ausschreibungen und die Integration gebrauchter Bauteile in neue Bauprojekte. Auch Sammelstellen und funktionierende Strukturen für die Weitergabe von Materialien sind notwendig. Um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen voranzubringen, braucht es daher neben verlässlichen Daten auch geeignete Prozesse und Rahmenbedingungen.

Fazit

Die Digitalisierung und die Kreislaufwirtschaft bieten wichtige Ansätze, um das Bauen nachhaltiger zu gestalten. Damit Materialien künftig häufiger wiederverwendet und Ressourcen effizienter eingesetzt werden können, braucht es transparente Produktdaten, geeignete digitale Werkzeuge und verlässliche Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, diese Voraussetzungen in der Baupraxis zusammenzuführen.

Dieser Wissensbaustein wurde am 21. Juli 2026 im Circle Cube in Offenbach aufgezeichnet.

Unsere Gäste an diesem Tag waren:

  • Matthias Harms, Geschäftsführer Meinhardt Städtereinigung, Präsident BDE
  • Björn van Deest, Leiter Strategische Unternehmensentwicklung, SÜLZLE Gruppe
  • Katrin Mees, Architektin & Expertin für Kreislaufwirtschaft, ZDB, Leiterin Berliner Büro DA, Geschäftsführerin BGRB
  • Benedikt Lösch, Head of Digital & Sustainable Construction Saint-Gobain

Aufnahme und Schnitt: Lucas Kühn

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Benedikt Lösch
Benedikt Lösch ist Head of Digital & Sustainable Construction bei Saint-Gobain Deutschland. In dieser Funktion verantwortet er die Entwicklung und Umsetzung von Strategien an der Schnittstelle von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Baupraxis. Sein Fokus liegt auf der Nutzung digitaler Methoden und Daten, um fundierte Entscheidungen für klimafreundliche, ressourcenschonende und zirkuläre Bauprojekte zu ermöglichen.

Benedikt Lösch absolvierte sein Studium der Architektur an der RWTH Aachen und beschäftigte sich bereits früh mit der Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen. Vor seinem Wechsel zu Saint-Gobain war er in der Unternehmensberatung tätig und begleitete dort Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft bei der Einführung von Building Information Modeling (BIM), digitalen Planungsmethoden und Transformationsprozessen.

Zu seinen heutigen Arbeitsschwerpunkten zählen Lebenszyklusanalysen (LCA), Umweltproduktdeklarationen (EPDs), digitale Produktdaten, Materialpässe sowie datenbasierte Lösungen für Planer, Architekten und Bauherren. Er engagiert sich regelmäßig als Sprecher und Diskussionsteilnehmer zu den Themen nachhaltiges Bauen, Kreislaufwirtschaft und digitale Transformation der Bauwirtschaft.

www.saint-gobain.de
Stadtwerke Offenbach
Die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) ist ein zu 100 Prozent kommunales Unternehmen der Stadt Offenbach am Main. Als Holding steuert und koordiniert sie 15 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften und übernimmt zentrale Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Mit rund 1.000 Mitarbeitenden zählt die Unternehmensgruppe zu den wichtigsten kommunalen Dienstleistern der Region. Die Geschäftstätigkeit der Stadtwerke Offenbach gliedert sich in die vier Bereiche Mobilität, Stadtservice, Immobilien und Veranstaltungen. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem der öffentliche Personennahverkehr, die Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, die Entwicklung und Bewirtschaftung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie der Betrieb von Veranstaltungs- und Sportstätten. Als kommunales Unternehmen verfolgt die Stadtwerke Offenbach Holding das Ziel, die Lebensqualität in Offenbach nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Durch Investitionen in Infrastruktur, Stadtentwicklung und moderne Dienstleistungen leistet die Unternehmensgruppe einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung der Stadt. Dabei stehen Bürgerorientierung, Wirtschaftlichkeit und nachhaltiges Handeln im Mittelpunkt ihres Handelns.

www.offenbach.de
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.
2007 gegründet, ist die DGNB heute mit mehr als 2.800 Mitgliedsorganisationen das größte Netzwerk seiner Art in Europa und weltweit die Nummer zwei. Übergeordnetes Ziel des Non-Profit-Vereins ist es, die Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft aktiv zu gestalten, das Verständnis für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bauweise zu fördern und dieses im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Die DGNB setzt sich ein für nachweislich gute Gebäude, lebenswerte Quartiere und eine zukunftsfähige gebaute Umwelt.

www.dgnb.de