Matthias Harms, Geschäftsführer der Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG und Präsident des BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.), macht deutlich, wie wichtig die Kreislaufwirtschaft für Umwelt und Wirtschaft ist.
Die Entsorgungsbranche leistet bereits viel, um CO₂ einzusparen und wertvolle Rohstoffe wiederzuverwenden. Trotzdem wird diese Leistung seiner Meinung nach von der Politik und der Öffentlichkeit noch zu wenig wahrgenommen. Dabei liegt die Recyclingquote in Deutschland je nach Berechnung zwischen 77 und 80 Prozent.
Ein Problem sieht Harms bei den Vorschriften für recycelte Baustoffe. Für diese müssen häufig umfangreiche Analysen und Nachweise erbracht werden. Bei Primärrohstoffen ist der Aufwand dagegen geringer. Das macht Recyclingmaterialien für Bauunternehmen oft weniger attraktiv. Harms fordert deshalb, die bestehenden Regelungen zu überprüfen, ohne dabei den Umwelt- und Gewässerschutz zu vernachlässigen.
Wie viel in der Kreislaufwirtschaft möglich ist, zeigen moderne Recyclingverfahren. In einer Anlage in Ginsheim-Gustavsburg werden beispielsweise Batterien sortiert und wertvolle Rohstoffe wie Nickel zurückgewonnen. Mithilfe von Röntgentechnik und künstlicher Intelligenz können die Batterien nahezu vollautomatisch sortiert werden. Auch ein gemeinsam von 40 Unternehmen entwickelter Müllsammelwagen zeigt, dass recycelte Materialien bei der Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden können.
Für Harms muss die Kreislaufwirtschaft in der Politik einen höheren Stellenwert bekommen. Sie trägt nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern hilft auch dabei, Rohstoffe zu sichern und die Wirtschaft unabhängiger zu machen. Damit Recycling in Zukunft noch besser funktioniert, braucht es aus seiner Sicht vor allem passende gesetzliche Rahmenbedingungen und mehr Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche.
Die Kreislaufwirtschaft hat großes Potenzial – doch damit dieses besser genutzt werden kann, müssen Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Weniger bürokratische Hürden, passende gesetzliche Regelungen und mehr Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche könnten dazu beitragen, dass Recyclingmaterialien stärker eingesetzt und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf gehalten werden. Für Matthias Harms steht fest: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Zukunft der deutschen Wirtschaft.
Dieser Wissensbaustein wurde am 21. Juli 2026 im Circle Cube in Offenbach aufgezeichnet.
Unsere Gäste an diesem Tag waren:
Aufnahme und Schnitt: Lucas Kühn