Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Rohstoffsicherheit und Wirtschaftspolitik

Veröffentlicht am 27.08.2026
Dieses Wissen wurde gestiftet von:
Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.
Stadtwerke Offenbach

Matthias Harms, Geschäftsführer der Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG und Präsident des BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.), macht deutlich, wie wichtig die Kreislaufwirtschaft für Umwelt und Wirtschaft ist.

Die Entsorgungsbranche leistet bereits viel, um CO₂ einzusparen und wertvolle Rohstoffe wiederzuverwenden. Trotzdem wird diese Leistung seiner Meinung nach von der Politik und der Öffentlichkeit noch zu wenig wahrgenommen. Dabei liegt die Recyclingquote in Deutschland je nach Berechnung zwischen 77 und 80 Prozent.

Bedeutung für Wirtschaft und Umwelt

Ein Problem sieht Harms bei den Vorschriften für recycelte Baustoffe. Für diese müssen häufig umfangreiche Analysen und Nachweise erbracht werden. Bei Primärrohstoffen ist der Aufwand dagegen geringer. Das macht Recyclingmaterialien für Bauunternehmen oft weniger attraktiv. Harms fordert deshalb, die bestehenden Regelungen zu überprüfen, ohne dabei den Umwelt- und Gewässerschutz zu vernachlässigen.

Neue Ideen und bessere Rahmenbedingungen

Wie viel in der Kreislaufwirtschaft möglich ist, zeigen moderne Recyclingverfahren. In einer Anlage in Ginsheim-Gustavsburg werden beispielsweise Batterien sortiert und wertvolle Rohstoffe wie Nickel zurückgewonnen. Mithilfe von Röntgentechnik und künstlicher Intelligenz können die Batterien nahezu vollautomatisch sortiert werden. Auch ein gemeinsam von 40 Unternehmen entwickelter Müllsammelwagen zeigt, dass recycelte Materialien bei der Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden können.

Für Harms muss die Kreislaufwirtschaft in der Politik einen höheren Stellenwert bekommen. Sie trägt nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern hilft auch dabei, Rohstoffe zu sichern und die Wirtschaft unabhängiger zu machen. Damit Recycling in Zukunft noch besser funktioniert, braucht es aus seiner Sicht vor allem passende gesetzliche Rahmenbedingungen und mehr Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche.

Fazit

Die Kreislaufwirtschaft hat großes Potenzial – doch damit dieses besser genutzt werden kann, müssen Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Weniger bürokratische Hürden, passende gesetzliche Regelungen und mehr Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche könnten dazu beitragen, dass Recyclingmaterialien stärker eingesetzt und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf gehalten werden. Für Matthias Harms steht fest: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Zukunft der deutschen Wirtschaft.

Dieser Wissensbaustein wurde am 21. Juli 2026 im Circle Cube in Offenbach aufgezeichnet.

Unsere Gäste an diesem Tag waren:

  • Björn van Deest, Leiter Strategische Unternehmensentwicklung, SÜLZLE Gruppe
  • Katrin Mees, Architektin & Expertin für Kreislaufwirtschaft, ZDB, Leiterin Berliner Büro DA, Geschäftsführerin BGRB
  • Benedikt Lösch, Head of Digital & Sustainable Construction Saint-Gobain
  • Matthias Harms, Geschäftsführer Meinhardt Städtereinigung, Präsident BDE

Aufnahme und Schnitt: Lucas Kühn

Dieses Wissen wurde gestiftet von:

Matthias Harms
Matthias Harms ist seit März 2026 Chief Executive Officer (CEO) der Meinhardt Gruppe (Icon Infrastructure Partners) im Raum Frankfurt/Rhein-Main. Zuvor war er von Januar 2019 bis Oktober 2025 CEO von Veolia Deutschland. Bei Veolia Umweltservice in Hamburg übernahm er zunächst von Juli bis Oktober 2013 die Funktion des Chief Operating Officer (COO), bevor er von November 2013 bis Dezember 2018 als CEO tätig war. Von November 2009 bis Juni 2013 war er Geschäftsführer der Veolia Umweltservice Süd GmbH & Co. in Pegnitz. Anschließend verantwortete er von Juli 2008 bis September 2009 als Chief Financial Officer (CFO) Deutschland die Finanzen der Veolia Umweltservice Gruppe. Zuvor leitete er von Mai 2007 bis Juli 2008 als Managing Director das Geschäft in den baltischen Staaten bei Veolia Umweltservice und war von Juni 2005 bis April 2007 CEO der Sulo Gruppe in den baltischen Staaten. Seine berufliche Laufbahn umfasst außerdem Tätigkeiten im Bereich Mergers & Acquisitions (M&A) bei der Cleanaway Gruppe in Hamburg sowie im Transaction Services und in der Wirtschaftsprüfung bei KPMG in Hamburg und London.

www.meinhardt.biz
Stadtwerke Offenbach
Die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) ist ein zu 100 Prozent kommunales Unternehmen der Stadt Offenbach am Main. Als Holding steuert und koordiniert sie 15 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften und übernimmt zentrale Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Mit rund 1.000 Mitarbeitenden zählt die Unternehmensgruppe zu den wichtigsten kommunalen Dienstleistern der Region. Die Geschäftstätigkeit der Stadtwerke Offenbach gliedert sich in die vier Bereiche Mobilität, Stadtservice, Immobilien und Veranstaltungen. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem der öffentliche Personennahverkehr, die Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, die Entwicklung und Bewirtschaftung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie der Betrieb von Veranstaltungs- und Sportstätten. Als kommunales Unternehmen verfolgt die Stadtwerke Offenbach Holding das Ziel, die Lebensqualität in Offenbach nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Durch Investitionen in Infrastruktur, Stadtentwicklung und moderne Dienstleistungen leistet die Unternehmensgruppe einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung der Stadt. Dabei stehen Bürgerorientierung, Wirtschaftlichkeit und nachhaltiges Handeln im Mittelpunkt ihres Handelns.

www.offenbach.de
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.
2007 gegründet, ist die DGNB heute mit mehr als 2.800 Mitgliedsorganisationen das größte Netzwerk seiner Art in Europa und weltweit die Nummer zwei. Übergeordnetes Ziel des Non-Profit-Vereins ist es, die Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft aktiv zu gestalten, das Verständnis für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bauweise zu fördern und dieses im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Die DGNB setzt sich ein für nachweislich gute Gebäude, lebenswerte Quartiere und eine zukunftsfähige gebaute Umwelt.

www.dgnb.de